Archiv für die Kategorie Forecasting

Die Unternehmensplanung verändert sich

Erstellt am: Freitag, 17. November 2017 von Sascha

Schon lange wird von Experten eine integrierte Planung gefordert, doch bleibt es in der Praxis häufig noch bei den alten Abläufen und Vorgehensweisen, die seit vielen Jahren eher kosmetisch angepasst werden. Es dominieren weiterhin Insellösungen, während schätzungsweise erst ein Drittel aller Unternehmen hierzulande schon moderne Planungslösungen im Einsatz hat. Dieser Nachholbedarf bremst auch die Einführung neuer Verfahren und Techniken wie Advanced Analytics. Zu viele Hausaufgaben sind im Zusammenhang mit der Planung noch zu erledigen. So etwa die Bereinigung und Harmonisierung von Datenmodellen. Auch scheuen Unternehmen die Kosten für den Umbau in Richtung integrierte Planung, da es sich um keine kurzfristigen und billigen Vorhaben handelt.

Planungsumgebungen, Simulationen und Predictive Analytics

Dennoch ist die Entwicklung nicht stehengeblieben. Vielmehr zeigen sich deutlich drei Entwicklungen bei der Modernisierung der Planungsumgebung. So existieren in manchen Unternehmen mittlerweile große Planungsplattformen mit neuen Tools und leistungsstarken Datenbanken, über die verschiedene Planungsprozesse integriert und automatisiert werden. Ferner werden häufiger Szenarien modelliert und simuliert. Dadurch wird das bisher dominierende Einsammeln von Plandaten (Bottom up) zurückgedrängt zugunsten einer Top-down-Planung.
Und schließlich kommen auch Lösungen für Advanced Analytics mittlerweile zum Einsatz. Mit ihnen lassen sich laut Finanzexperten schon heute besonders für kurzfristige Prognosen (Predictive Analytics) und für operative Größen gute Ergebnisse erzielen. Aggregierte Größen wie zum Beispiel der EBIT ließen sich hingegen bislang noch nicht so gut berechnen. Doch dies sei nur eine Frage der Zeit. Auch die wachsenden Datenmengen seien in diesem Zusammenhang weniger das Problem, sondern vielmehr die Verfügbarkeit und Qualität der Daten. Aktuell haben 20 Prozent aller Unternehmen eine Planungsumgebung mit automatisierten Analysen, so eine Schätzung.

Weitere Beiträge zum Thema Planung:

Controlling und Big Data – Teil 2

Erstellt am: Dienstag, 24. Januar 2017 von Sascha

Big-Data-Vorhaben haben einen experimentellen Charakter und laufen bislang in der Unternehmenspraxis häufig parallel zum IT-Betrieb. Allerdings zeichnet sich ab, dass dies mancherorts nur in der frühen Phase solcher Vorhaben der Falls ist und mittlerweile Unternehmen solche Aktivitäten künftig wieder in enger Abstimmung zwischen IT, Fachbereichen und mit dem Segen des Managements vorantreiben wollen. Die oft komplexen Resultate der Big-Data-Analysen müssen intern nicht nur vermittelbar sein, sondern möglichst in den produktiven Betrieb überführt werden. Man sollte sich also die eigenen Anforderungen, Ressourcen sowie klare „Use Cases“ definiert haben, bevor man umfänglich mit Big Data zu arbeiten beginnt!

Controlling und Finance als Berater im Big-Data-Projekt

Die Anwenderbefragung „Big Data & Advanced Analytics in der Praxis“ der QUNIS, Controller Akademie und der Aquma GmbH zeigt indes, dass viele Unternehmen aber genau noch nach solchen Use Cases für sich suchen. QUNIS legt in der Beratung daher auf diese Phase des Big-Data-Vorhabens besonders großen Wert und nutzt als Teil seiner Big-Data-Methodik beispielsweise eine umfangreiche „Lösungsbibliothek“ aus Fallbeispielen. Diese leisten bei der Diskussion und Identifikation eigener Use Cases gute Hilfe. Oft gibt es in der Unternehmensorganisation schon Ideen und man weiß um eigene Chancen oder Schwachpunkte, die man durch Advanced Analytics angehen möchte. Diese Ideen weiter zu analysieren, zu selektieren, zu strukturieren, zu priorisieren und dann Maßnahmen abzuleiten, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor im Big-Data-Projekt. Auch hier können gerade Finance & Controlling mit ihrem breiten Fach- und Unternehmenswissen eine wichtige Rolle spielen.

In der weiteren Diskussion über die Umsetzung von Big-Data-Projekten wird man sich dann über eine unterstützende Datenarchitektur sowie die Nutzung solcher Daten und Analysen im Rahmen einer vorhandenen BI- oder neu zu definierenden Big-Data-Strategie einigen müssen. Will man erste Erfahrungen sammeln, ist es meist effizient und günstiger, wenn Teststellungen über Cloud Services wie „Microsoft Azure“ aufsetzt, statt intern eine separate IT-Umgebung aufzubauen.

Eine integrierte Unternehmensplanung bleibt das Ziel

Big Data und Advanced Analytics können Finance & Controlling ohne Frage dabei helfen, in einem dynamischen Marktumfeld schneller und gezielter zu planen und durch vorausschauende Analysen Risiken und Chancen zu erkennen (Predictive Analytics). Voraussetzung ist aber, dass alle benötigten Informationen und Ergebnisse zeitnah und in hoher Qualität verfügbar sind. Auch wenn man im Projekt häufig mit einzelnen Prozessen und Anforderungen beginnen wird, muss das Ziel daher eine integrierte Unternehmensplanung sein, von der heute die meisten Unternehmen noch weit entfernt sind. Sie Sie ist gekennzeichnet durch eine fachlich und betriebswirtschaftlich korrekte Verknüpfung der Teilpläne bis in die Ergebnisplanung und verzahnt Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Cashflow-Rechnung miteinander. Ferner müsste die Planung sich flexibel und über das Jahr immer wieder anpassen lassen und mit weiteren Prozessen wie das Berichtswesen und die Finanzkonsolidierung verknüpft sein.

Noch ein weiter Weg zur integrierten Unternehmensplanung

Erstellt am: Freitag, 11. November 2016 von Sascha

Eine integrierte Unternehmensplanung heißt fachlich betrachtet, dass kurz- und langfristige Planungen vereint sind, um operative Kennzahlen aus den strategischen Unternehmenszielen ableiten zu können. Es muss eine fachlich und betriebswirtschaftlich korrekte Verknüpfung der Teilpläne bis in die Ergebnisplanung geben; Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Cashflow-Rechnung sind miteinander verzahnt. Die Planung müsste sich zudem flexibel und über das Jahr immer wieder anpassen lassen und mit weiteren Prozessen wie das Berichtswesen und die Finanzkonsolidierung verknüpft sein, um ein möglichst umfassende Grundlage für die Unternehmenssteuerung zu erhalten. Laut Umfragen sehen Unternehmen insbesondere in der Qualität und Aussagekraft der Ergebnisse die größten Vorteile einer integrierten Unternehmensplanung.

Wie weit Unternehmen diese Ziele in die Praxis umgesetzt haben, hat die BARC-Anwenderbefragung „Integrierte Unternehmensplanung 2016. Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen“ kürzlich erkundet. Danach ist nach Zeithorizonten betrachtet die Jahresplanung samt laufender Aktualisierung im Rahmen des Forecastings weiterhin die häufigste Planungsart in deutschsprachigen Unternehmen aller Größen. Eine Mittelfristplanung nehmen noch etwa zwei Drittel, eine strategische Planung mit einem Planungshorizont von mehr als fünf Jahren nur ein Drittel alle Unternehmen vor. Letztere ist zudem weitgehend auf große Unternehmen beschränkt, da sie laut Studienautoren in der Regel über stärker ausgeprägte Strategieprozesse verfügen. Gibt es keine klassische Jahresplanung mehr, greift man stattdessen überwiegend auf eine Kombination aus Mittelfristplanung und Forecasting zurück.

Strategische Planung noch selten integriert
Gemessen am Umfang der Integration strategischer Vorgaben in die Planungsprozesse ergab die Umfrage, dass sich die Jahresplanung und Budgetierung nur bei jedem fünften Unternehmen aus der strategischen Planung ableitet, also so, dass sich alle Objekte der strategischen und Mittelfristplanung in der operativen Planung wiederfinden. Etwa ebenso viele Unternehmen haben dies zumindest für den überwiegenden Teil der Objekte erreicht, während die größte Teilnehmergruppe (43 Prozent) dies nur für einzelne Planobjekte tut. Eine kleine Gruppe (13 Prozent) hat noch keine derartige Integration.

Forecasts – häufiger, aber selten rollierend
Eine größere Bandbreite der Status zeigt sich auch bei der Frequenz, mit der Planwerte heute aktualisiert werden. Dabei ist ein vierteljährlicher Forecast (39 Prozent) und ein monatlicher Forecast (34 Prozent) aktuell die verbreitetsten, gefolgt von halbjährlichen, unregelmäßigen oder gar keiner unterjähriger Aktualisierung (6 Prozent). Während etwa die Hälfte der Unternehmen versuchen, Forecasts durch eine geringere Detailtiefe effizienter zu machen, gibt es laut der Autoren eine mit 15 Prozent durchaus signifikante Gruppe, die sogar mehr Details einbezieht. Rollierende Forecasts sind trotz ihrer Vorzüge gegenüber periodenfixen Forecasting, aber auch hohen technischen Komplexität nur in etwa einem Viertel der Unternehmen etabliert. Etwa die Hälfte dieser Gruppe setzt rollierende Forecasts tatsächlich für alle Teilpläne, die andere Hälfte nur für einzelne Teilpläne ein.

Hilfe bei der Integration und Datenarchitektur von Planungsprozessen sowie bei der Wahl der passenden Softwarewerkzeuge für die Eingabe von Plandaten bietet Ihnen QUNIS im Rahmen seiner Beratung. Ebenso bieten wir laufend kostenlose Webinare sowie Seminare zu alle Aspekten der Business Intelligence, Big Data und Softwareeinsatz.